Dürwiß im Jahr 1907 1919 - 1959 1960 - 2011
Im Gründungsjahr 1907 regierte in Berlin Kaiser Wilhelm II., der letzte Krieg lag bereits 36 Jahre zurück und die meisten Menschen lebten in Zufriedenheit, wobei ihnen unser heutiges Anspruchdenken zum weitaus überwiegenden Teil fremd war. Dürwiß hatte 1907 ca. 1000 Einwohner, Bürgermeister war Wilhelm Hommelsheim, der der aufkeimenden Fussballbewegung sehr gewogen war. Die Dürwißer waren meist bei der "BIAG ZUKUNFT" (Vorgänger der "Rheinbraun"), dann auch beim Elektrowerk, in verschiedenen Kleineisenbetrieben oder der Landwirtschaft beschäftigt. Im Dorf hatten sich bereits folgende Vereine gegründet: die Schützenbruderschaft, der Kirchenchor, der Sängerbund, das Männerquartett "Sangeslust" und die freiwillige Feuerwehr. In Eschweiler bestand seit seit 1906 der Fußballklub "Hohenzollern", aus dem sich die heutige Eschweiler Sportgemeinschaft (kurz ESG) entwickelt hat. Da wollten die Dürwißer nicht zurückstehen.
Die Gründung
Initiator der Fußballbewegung in Dürwiß war Ferdinand Schnitzler, der bereits über Erfahrung beim FC Hohenzollern Eschweiler verfügte. Er mobilisierte zehn fußballbegeisterte junge Männer, die am Samstag, 09. Juni 1907, gegen 16 Uhr die Vereinsgründung in der Gaststätte "Zur Post" (heute "Bei Kelche") vornahmen und als Vereinsfarben rot und weiß wählten. Von diesen Gründern lebten beim 50- jährigen Jubiläum noch vier: A. Dolfen, A. Meurer, B. Kummer und J.Wolff.
Die Begeisterung für den Fußballsport wurde von vielen Eltern nicht geteilt, weil sie wegen der Härte des Spiels und der kurzen Hosen um die Gesundheit ihrer Söhne fürchteten. An diesen Vorurteilen scheiterte zunächst der Aufbau von Jugendmannschaften. Doch mit den Jahren stieg der Stellenwert des Fußballs deutlich an und war bald aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Zunächst erwies sich das Sportplatzproblem als besonders schwerwiegend. Als erste Übungsstätte diente eine Wiese von Bauer Peter Willms. Erst nachdem Heinrich Hommelsheim dem Verein einen geeigneten Platz zur Verfügung gestellt hatte, war an einen geordneten Spielbetrieb zu denken. Der Verein wuchs zusehends und eine 2. Mannschaft konnte gemeldet werden. Erste sportliche Erfolge wurden eingefahren. Der 1. Weltkrieg führte im Sommer 1914 zur Einstellung des Spielbetriebes und traf die junge Germania ins Mark. Acht Spieler blieben auf den Schlachtfeldern des 1.Weltkrieges zurück. Doch bereits 1919 lebte der Sportgeist wieder auf.